BildmotivBegleit- und Folgekrankheiten bei Diabetes mellitus

Begleit- und Folgekrankheiten bei Typ 1 und Typ 2 Diabetes mellitus

Menschen, die an Diabetes leiden sind häufiger als "Nichtdiabetiker" von schweren Erkrankungen betroffen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 1999 ist im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung das Risiko für:

  • einen Herzinfarkt um das zwei bis dreifache
  • einen Schlaganfall um das zwei bis dreifache
  • eine Augenerkrankung mit Erblindung um das zehn bis 25-fache
  • ein Nierenversagen um das 15-20-fache
  • eine Beinamputation um das 25-fache

erhöht.

Insgesamt lassen sich rund 80 Prozent aller Todesfälle bei Diabetikern auf eine fortgeschrittene Herz-Kreislauf-Erkrankung mit Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zurückführen. Hiervon besonders betroffen sind übergewichtige Diabetes Typ 2 Patienten, die neben dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten zusätzlich auch unter einem Bluthochdruck und einer Fettstoffwechselstörung leiden. Besonders alarmierend in diesem Zusammenahng ist die Beobachtung, dass der Typ 2 Diabetes immer häufiger auch schon bei Kindern und Jugendlichen auftritt.

 

Diabetische Neuropathie

Insbesondere Diabetiker mit langer Krankheitsdauer und unzureichender Stoffwechseleinstellung sind von der diabetischen Neuropathie (= diabetische Nervenerkrankung) betroffen. Diese häufige Folgeerkrankung des Diabetes mellitus spielt ein wichtige Rolle bei der Entstehung des Diabetischen Fußsyndroms und lässt sich je nach betroffenem Gebiet in verschiedene Formen einteilen:

Die sogenannte diabetische sensomotorische Polyneuropathie ist eine Erkrankung der peripheren Nerven, also der Nerven außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks. Bei der autonomen diabetischen Neuropathie sind die Nerven der inneren Organe (= autonomes oder vegetatives Nervensystem) geschädigt. Das autonome Nervensystem versorgt jene Körperbereichem die nicht der bewussten Steuerung unterliegen, wie zum Beispiel alle inneren Organe, Blutgefäße und Drüsen.

In der Anfangsphase der Neuropathie sind die betroffenen Diabetiker meist beschwerdefrei mit der Konsequenz, dass diese Folgeerkrankung anfangs oft übersehen wird. Einschränkungen bei der Vibrations-, Wärme- und Kälteempfindung lassen sich aber bereits in diesem Stadium mit sehr einfachen Untersuchungen feststellen. Erste wahrnehmbare Zeichen für die Nervenschädigung sind häufig Missempfindugnen an den Füßen und im weiteren Verlauf, Schmerzen in den Beinen oder an den Händen. Typisch sind auch Beschwerden wie ein Brennen und Kribbeln in den Beinen – bevorzugt in Ruhephasen. Mit weiterem Fortschreiten der Schäden – etwa wegen schlecht eingestelltem Blutzucker – gehen Schmerzfasern in den Nerven zugrunde und es kommt zum kompletten Gefühlsverlust. Zu den Langzeitkomplikationen der diabetischen Neuropathie zählt auch der diabetische Fuß mit Druckgeschwüren, die sich infizieren können und sehr schlecht abheilen.

Schädigungen der Nerven am Herzen können schwerwiegende Folgen haben. Die Regulation der Herzfrequenz wird dabei oft beeinträchtigt und Herzrhythmusstörungen können auftreten.

In der Wissenschaft geht man heutzutage davon aus, dass an der Entstehung der diabetischen Neuropathie viele verschiedene Faktoren gleichzeitig beteiligt sind. Es spielen insbesondere Stoffwechselveränderungen und gefäßbedingte Veränderungen eine Rolle. Folgeerkrankungen wie die Neuropathie lassen sich durch eine konsequente Einstellung des Blutzuckers verzögern oder sogar verhindern. Medikamente, mit denen sich die Neuropathie heilen lässt, stehen bisher trotz intensiver Bemühungen noch nicht zur Verfügung.

Diabetische Nephropathie

Eine der häufigsten Komplikationen beim Diabetes mellitus ist die Schädigung der Nieren, die sogenannte diabetische Nephropathie. Sie entsteht meist nach jahrelanger Zuckerkrankheit, meist aufgrund von langfristig schlecht eingestellten Blutzuckerwerten. Die diabetische Nephropathie kennzeichnet sich zunächst durch steigenden Eiweißverlust (die Nieren lassen vermehrt das Protein Albumin durch (Albuminurie). Durch den langjährigen erhöhten Blutzuckerspiegel, ändern sich infolge von Ablagerungen die Nierenkörperchen und es entstehen Vernarbungen. Die Nieren verlieren im weiteren Verlauf langsam ihre lebensnotwendige Filterfunktion und die aktive Ausscheidungsfunktion für Schlackenstoffe. Die Arterien der Nierengefäße verkalken zunehmend, es kommt zu einer Druckerhöhung innerhalb des Nierenkörperchens und zu einem allgemeinen Blutdruckanstieg. Werden diese Folgekomplikationen zu spät erkannt und behandelt, droht ein Nierenversagen mit Dialysepflicht sowie das Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung.

Der Beginn der Erkrankung verläuft für den Patienten unbemerkt. Erst die Symptome einer fortgeschrittenen Nierenschädigung (schäumender Urin durch starke Eiweißausschüttung, Ödemen und Gewichtszunahme sowie das beginnende Nierenversagen) sind bemerkbar.

Bei guter Blutzucker- und Blutdruckeinstellung beziehungsweise möglichst frühzeitiger Therapie lässt sich das weitere Voranschreiten der Nierenschädigung aufhalten. Wird die Nephropathie in einem sehr frühen Stadium entdeckt, können sich die krankhaften Veränderungen mit einer konsequenten Stoffwechseleinstellung und Blutdruckkontrolle unter Umständen sogar wieder vollständig zurückbilden.

Die beste Vorsorge ist eine möglichst normnahe Blutzuckereinstellung. Darüber hinaus sollten auch die Blutdruckwerte im Auge behalten werden (dies gilt insbesondere für Typ 2 Diabetiker), denn ein zu hoher Blutdruck begünstigt ebenfalls das Voranschreiten der Nierenschädigung.

Diabetische Retinopathie und Makulopathie

Störungen des Sehvermögens sind eine gefürchtete Komplikation beim Diabetes mellitus. Die Retinopathie und Makulopahtie werden durch Veränderungen an den kleinen Gefäßen der Netzhaut bzw. im Falle der Makulopahtie durch Veränderungen des gelben Flecks ausgelöst.

Bei der diabetischen Retinopathie wird zwischen einer nicht-wuchernden (= nicht-proliferative) und einer wuchernde (= proliferative) Form unterschieden. Die nicht-proliferative Retinopathie ist kaum gefährlich und kann durch eine gute Blutzucker- und Blutdruckeinstellung – unter Umständen verbunden mit einer Lasertherapie – in den Griff bekommen und im Fortschreiten gehindert werden. Die wesentlich gefährlichere Form der proliferativen Retinopathie, geht mit einer zum Teil fehlerhaften Neubildung von Blutgefäßen einher. Diese neu gebildeten Blutgefäße können platzen und zu Blutungen innerhalb der Netzhaut führen. In der Folge lösen sich Teile der Netzhaut vom umgebenen Gewebe ab und führen so zu einer Verschlechterung des Sehvermögens.

Makula - auch gelber Fleck genannt – ist die medizinische Bezeichnung für die Netzhautmitte, wo die Sinneszellen für das Sehen besonders dicht zusammenliegen. Dieser Bereich wird auch als der „Punkt des schärfsten Sehens” bezeichnet. Auf der Makula wird immer das abgebildet, was wir gerade direkt “ins Auge fassen”, also fixieren. Die weniger deutlich wahrzunehmenden Umgebungen des Fixierten wird auf die Netzhautbereiche außerhalb der Makula projiziert. Bei der Makulopathie wird der gelbe Fleck durch Wassereinlagerungen (Makulaödem) oder Blutungen geschädigt, was zu einer Beeinträchtigung der Sehschärfe führt.

Im Anfangsstadium sind die ersten Zeichen für eine Retinopathie bzw. Makulopathie nur für den Augenarzt anhand von Aussackungen an den kleinsten Blutgefäßen (Kapillaren) in der Netzhaut sichtbar. Die betroffenen Patienten nehmen zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Veränderungen wahr, da die kleinen Gefäßaussackungen noch nicht am „Punkt des schärfsten Sehens” gelegen sind. Erst wenn die Retinopathie weiter fortgeschritten ist, treten Blutungen in der Netzhaut auf, die nun auch vom Patienten wahrgenommen werden. Die Symptome sind das Auftreten dunkler Flecken oder roter Schleier im Gesichtsfeld oder ein verschwommenes, unscharfes Bild. Durch die Einblutungen kann die Netzhaut irgendwann so stark geschädigt werden, dass sie sich von ihrer Unterlage ablöst. Sie macht sich durch Lichtblitze und Rußregen bemerkbar. Die Ablösung der Netzhaut und die Schädigung der Makula kann bis zur kompletten Erblindung fortschreiten.

Im Bezug auf die Häufigkeit der Retinopathie und Makulopathie gibt es zwischen Typ 1 und Typ 2 Diabetes Unterschiede: Während bei Kindern vor der Pubertät die Retinopathie sehr selten ist, liegt die Rate nach einer Diabeteserkrankungsdauer von 15 bis 20 Jahren bei bis zu 95 Prozent aller Typ 1 Diabetikern und die der Makulopathie bei etwa 15 Prozent. Zum Zeitpunkt der Diagnose des Typ 2 Diabetes weist bereits jeder dritte Patient eine Retinopathie auf. Nach einer Diabeteserkrankungsdauer von 15 bis 20 Jahren liegt die Rate bei etwa 80 Prozent. Unter einer diabetischen Makulopathie leiden bis zu 25 Prozent der Typ 2 Diabetiker. Auch bei dieser Folgeerkrankung gilt: Durch eine möglichst optimalen Einstellung der Blutzuckerwerte lässt sich die diabetische Rentinopathie weitestgehend verhindern oder zumindest deutlich aufhalten. Dazu ist es aber erforderlich, dass die Anzeichen dieser Erkrankung so früh wie möglich erkannt werden. Deshalb sind regelmäßige augenärztliche Kontrolluntersuchungen unerlässlich.

Neben Retinopathie und Makulopathie treten auch zum Beispiel Hautentzündungen an Ober- und Unterlid, Augendruckveränderungen (Glaukom) oder Linsentrübungen (Katarakt) als Spätfolgen des Diabetes mellitus auf.

Herzinfarkt und Schlaganfall

Insbesondere Typ 2 Diabetespatienten sind oft schon lange bevor der Diabetes bei ihnen diagnostiziert wird zusätzlich von Übergewicht, Bluthochdruck und schlechten Blutfettwerten betroffen. Diese Störungen in Kombination mit dem Diabetes mellitus führen dazu, dass sich in den Gefäßwänden gefährliche Kalkablagerungen bilden. Diese Arterienverkalkung, die so genannte Arteriosklerose schädigt die Gefäße und führt über kurz oder lang zu schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So können sich auch Blutgerinnsel bilden, die zu Verstopfungen von Gefäßabschnitten führen und unter Umständen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen.

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass an Diabetes mellitus erkrankte Menschen im Vergleich zu Nichtdiabetikern einige Besonderheiten aufweisen, die mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko verbunden sind. Dazu gehören zum Beispiel:

  • schlechtere Blutfettwerte,
  • die Gerinnungsneigung des Blutes ist höher ist als beim Nichtdiabetiker,
  • die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) schreitet rascher voran,
  • Gefäßverengungen (Stenosen) bilden sich häufiger und betreffen meist mehrere Gefäße,
  • nach Herzkatheterbehandlungen treten schneller wieder neue Gefäßverengungen auf,
  • bei Diabetes können häufig Herzinfarkte ohne Schmerzen auftreten und daher übersehen werden und
  • die Gefäßablagerungen neigen bei Diabetikern stärker dazu, sich zu lösen und ein nachgeschaltetes Gefäß zu verschließen.

Je besser und früher Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen behandelt werden und auch eine mögliche Diabeteserkrankung diagnostiziert wird, umso größer ist auch die Chance, Gefäßschäden zu vermeiden. Wichtig zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind aber auch zum Beispiel:

  • ausreichende Bewegung, das heißt mindestens fünfmal pro Woche 30 Minuten,
  • eine gesunde, fettarme, ausgewogene und kalorienreduzierte Ernährung sowie
  • der Verzicht auf das Rauchen.

Arterielle Verschlusskrankheit [pAVK]

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit [pAVK], handelt es sich um eine Störung der arteriellen Durchblutung der Extremitäten. Die Erkrankung gehört zu den chronischen Gefäßkrankheiten der Arterien, dessen Hauptursache mit etwa 95 Prozent die Arteriosklerose ist. Sie entsteht durch Einengung (Stenose) oder Verschluss (Okklusion) der die Extremitäten versorgenden Arterien oder seltener der Hauptschlagader (Aorta). Dadurch, dass die Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr nur noch unzureichend ist, werden die Beine schwer und müde, besonders beim Bergaufgehen oder Treppensteigen. Die Länge der Gehstrecke, die man schmerzfrei bewältigen kann, ist ein wichtiges Kriterium für die Therapieentscheidung. Treten die Schmerzen zum Beispiel erst bei starker Belastung auf, hilft ein tägliches Gehtraining. In weiter fortgeschrittenen Stadien leiden die Betroffenen bereits in Ruhe unter Muskelkrämpfen und Schmerzen. Hier können durchblutungsfördernde Maßnahmen helfen, wie zum Beispiel durch Einsatz bestimmter Medikamente. Ist die Erkrankung bereits sehr weit fortgeschritten, ist der Fuß typischerweise kühl und bläulich verfärbt.

Aufgrund der mangelnden Blutversorgung stirbt Gewebe ab und es können sich zum Teil sogar großflächige Hautdefekte entwickeln. In diesem Stadium kommen Antibiotika und Hautpflege-Substanzen zum Einsatz. Sind die Durchblutungsstörungen stärker, so dass das Absterben der Gliedmaßen und somit eine Amputation droht, kann nur noch eine Aufdehnung der Gefäßverengung mit einem Katheter oder eine Bypass-Operation an den betroffenen Gefäßen helfen.

Es gibt aber eine Reihe von Möglichkeiten, der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit vorzubeugen. Wichtig ist vor allem, Risikofaktoren zu vermeiden. Hierzu gehören besonders der Verzicht auf das Rauchen und die möglichst gute Einstellung von Blutzuckerwerten, Blutdruck und Fettwerten.

Unterzuckerung

Die häufigste Nebenwirkung bei der Behandlung eines Diabetes mellitus mit Insulin ist eine Unterzuckerung. Die Ursache des zu niedrigen Blutzuckerspiegels ist ein Überangebot an Insulin bei gleichzeitig zu geringem Kohlenhydratangebot. Unbehandelt kann sie einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Wird bei der Unterzuckerung nicht rechtzeitig gegengesteuert, kann es zu Atem- und Kreislaufstörungen, Bewusstseinsstörungen und Krämpfen bis hin zu Bewusstlosigkeit oder sogar zum Tod kommen.

Das Auftreten einer Unterzuckerung – auch Hypoglykämie genannt – macht sich unter anderem durch Symptome, wie Zittern, Unruhe, Hungergefühl, Kaltschweißigkeit, Schwächegefühl, starkes Herzklopfen, ein taubes Gefühl oder Kribbeln an Mund, Beinen oder Händen, Verwirrtheit, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder Sehstörungen bemerkbar. Man unterscheidet zwischen einer leichten und schweren Unterzuckerung.

Die leichte Unterzuckerung kann der Patient selbst behandeln, indem er ein bis zwei Stück Traubenzucker zu sich nimmt. Alternativ kann auch ein Glas Fruchtsaft helfen. Auch Cola enthält sehr viel Zucker und kann daher ebenfalls eingesetzt werden, um den Blutzucker zu erhöhen. Bei einer schweren Unterzuckerung hingegen, sind Betroffene oft aufgrund von Verwirrtheit, Krämpfen oder einer Bewusstseinstrübung so stark beeinträchtigt, dass sie auf fremde Hilfe angewiesen sind. In diesen Fällen gilt es schnellstens den Notarzt zu rufen und ins Krankenhaus zu fahren.

Gründe für eine plötzliche Unterzuckerung sind zum Beispiel:

  • eine zu hohe Dosis von Insulin oder bestimmten blutzuckersenkenden Medikamenten,
  • ein zu großer Abstand zwischen dem Spritzen von Insulin und der Einnahme der Mahlzeit (zu großer Spritz-Ess-Abstand), bzw. wenn Insulin gespritzt und anschließend nichts gegessen wird,
  • eine zu niedrige Nahrungs- bzw. Zuckermenge bei gleichbleibender Insulin- oder Tablettendosis,
  • zu große körperliche Belastung bei gleich bleibender Insulin- oder Tablettendosis,
  • Alkohol.

Um eine Unterzuckerung zu vermeiden, müssen Diabetespatienten, die Insulin spritzen, regelmäßig ihren Blutzucker kontrollieren. Alle wichtigen Details zur Durchführung der Blutzuckerselbstkontrolle lernen Sie als PatientIn in unseren Diabetes-Schulungen.

Diabetische Ketoazidose

Die diabetische Ketoazidose ist eine Komplikation, die überwiegend bei Patienten mit Typ 1 Diabetes auftritt. Die Erhöhung des Blutzuckers ist beim Typ 1 Diabetiker durch einen Mangel an Insulin bedingt.

Bei gesunden Personen bewirkt Insulin die Aufnahme der Glukose in die Körperzellen und hemmt den Abbau des Körperfetts. Ein Insulinmangel führt hingegen zu einem vermehrten Abbau von Fett in so genannte Fettsäuren. Die Fettsäuren häufen sich im Körper an und werden nur noch unvollständig abgebaut zu so genannten Ketonkörpern. Die erhöhte Konzentration an Ketonkörpern geht wiederum mit einer gefährlichen Übersäuerung des Blutes einher (Ketoazidose). Dies kann lebensbedrohliche Folgen haben und zu einem Koma führen, dem so genannten Coma diabeticum. Daher muss eine solch' schwere Stoffwechselentgleisung umgehend im Krankenhaus behandelt werden.

Erste Symptome einer beginnenden Ketoazidosew sind:

  • starke Übelkeit mit Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Azetongeruch in der Atemluft (riecht nach Nagellack oder fauligem Obst)
  • starke Müdigkeit oder Schläfrigkeit

Behandelt wird die Ketoazidose unter anderem mit Insulin, Glukose, Kalium und Flüssigkeit.

Diabetisches Fuß-Syndrom

Das Diabetische Fußsyndrom (DFS), umgangssprachlich auch „diabetischer Fuß“ genannt, stellt eine der am meisten gefürchteten Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus dar, das am häufigsten bei Patienten mit Diabetes Typ 2 auftritt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der Schädigung der Nerven des Fußes Verweissymbol[vgl. diabetische Neuropathie], welche zu schmerzlosen Druckgeschwüren führt, und der Schädigung der Blutgefäße des Fußes Verweissymbol[vgl. Makroangiopathie], welche zu Durchblutungsstörungen führt. In vielen Fällen sind beide Formen miteinander kombiniert.

Durch Ausfall der Schweißbildung wird die Haut an Beinen und Füßen trocken-rissig und somit besonders anfällig für Verletzungen. Gestörte Bewegungsabläufe führen zur Fehlbelastung des Fußes und damit zur Hornhautbildung. Eingeschränkte Durchblutung und geschwächte Abwehrkräfte (durch längerfristig hohe Blutzuckerwerte), verzögern oder verhindern die Wundheilung. So können sich banale Hautschäden durch Druckstellen, Risse, kleinste Verletzungen oder Fußpilz ungestört infizieren und ausbreiten. Kann dieser Prozess nicht aufgehalten werden, droht die Amputation von Zehen, Fuß, Unterschenkel oder gar des ganzen Beines. Um keine Verletzung zu übersehen, sollte deshalb jeder Diabetiker mit mehrjähriger Erkrankungsdauer täglich seine Füße auf Veränderungen kontrollieren und mindestens einmal jährlich eine gründliche ärztliche Untersuchung bisher unauffälliger Füße vornehmen lassen.

Wegen der langwierigen und aufwändigen Behandlung ist die Versorgung des diabetischen Fußes zu einem Spezialgebiet der Diabetologie geworden.

Quelle: Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und DiabetesDE

 

 

 

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