BildmotivLeben mit Diabetes mellitus

Der Umgang mit Diabetes im Alltag

Den einzig richtigen Weg, wie man mit der Erkrankung Diabetes mellitus im Alltag umgeht, gibt es nicht. Zu unterschiedlich ist die Ausprägung der Krankheit bei jedem Betroffenen und der Eingriff in das gewohnte Leben. Diabetes vom Typ 2 ist zum Beispiel ein kompliziertes Krankheitsbild, das sich bei jedem einzelnen Menschen etwas anders zeigen kann. Nach der Diagnose brauchen manche Betroffene nur wenig in ihrem Leben zu ändern: Schon eine geringe Gewichtsabnahme und etwas mehr Bewegung reichen für sie aus, um den Diabetes im Griff zu haben. Andere Menschen wiederum stehen jedoch vor der Wahl und Entscheidung vieler verschiedener Behandlungsmöglichkeiten. Doch unabhängig davon, welche Behandlung Sie anwenden, liegt der Schlüssel für die Beherrschung Ihres Diabetes darin, dass Sie die Erkrankung gut verstehen und wissen, was Sie selbst zum Schutz Ihrer Gesundheit tun können. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen Tipps und Anregungen geben, wie Sie sich besser auf das Leben mit dem Diabetes einstellen können.

Stichwort: Ernährung

Für Typ 2 Diabetiker spielt die gute ausgewogene Ernährung eine sehr wichtige Rolle in der Behandlung und im Leben mit der Erkrankung. Um das Ziel einer gesunden und ausgewogen Ernährung zu erreichen ist es wichtig, Übergewicht durch verringerte Kalorienzufuhr abzubauen. Im Falle einer Insulinbehandlung sind beim Essen ein paar zusätzliche Regeln zu berücksichtigen, wie zum Beispiel die Menge an Zuckerzufuhr und die damit verbundene, korrekte Abstimmung der erforderlichen Insulindosis. Richtiges Essen bedeutet aber auch, auf einen mäßigen Fettgehalt, ausreichend Vitamine, Spurenelemente und Ballaststoffe zu achten. Auf leere Kalorien sollte möglichst ganz verzichtet werden. Der Nährwert der Nahrungsmittel sollte im Mittelpunkt stehen, getreu dem Motto: Mehr Qualität statt Masse!

Ansonsten können Diabetiker fast alle Lebensmittel und Speisen genießen, ohne dass dies ihrer Gesundheit schaden muss. Allerdings sollten sie mehr über die Inhaltsstoffe von Lebensmittel wissen. In unseren Kursen zur Ernährungsschulung erhalten Sie eine kompetente und umfassende Beratung. Sie erfahren, welche Lebensmittel bevorzugt und welche Speisen und Getränke eher selten oder nur in kleinen Portionen verzehrt werden sollten. Ebenso werden Sie über geeignete Mengen und eine günstige Verteilung der Mahlzeiten aufgeklärt. Zusätzlich zu den allgemeinen Informationen erhalten Sie auch eine individuelle Beratung, um die Ernährung auf Ihre ganz persönliche Situation abzustimmen.
Eine Liste leckerer Rezepte zum Nachkochen finden Sie hier Verweissymbol[Rezepte zum Kochen].

Stichwort: Sport

Sport und die damit verbundenen Möglichkeiten, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu steigern, hat für viele Menschen ebenfalls einen sehr hohen Stellenwert. Grundsätzlich können und sollten Diabetes-Patienten auch die Möglichkeiten der körperlichen Aktivität nutzen, allerdings gibt es hier wichtige Unterschiede zwischen dem Typ 1 und dem Typ 2 Diabetes. Nähere Informationen zu Sportangeboten siehe unter: Verweissymbol[Service: Sportangebote]

Sport bei Diabetes vom Typ 1

Bei jeder körperlichen Aktivität verbraucht die Muskulatur Energie. Der wichtigste Energieträger ist Zucker (Glukose), den der Körper zum einen über die Nahrung aufnimmt und zum anderen über einen speziellen Prozess, der so genannten Glukoneogenese in der Leber selbst herstellt. Gesteuert wird dieser Prozess über das Hormon Insulin. Bei niedrigem Blutzucker wird die Insulinausschüttung heruntergefahren und Glukose aus der Leber freigesetzt, wo hingegen bei hohem Blutzucker die Insulinsekretion gesteigert wird, indem Glukose aus dem Blut in die Zellen geschleust und die Freisetzung von Glukose aus der Leber unterdrückt wird.

Die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse wird normalerweise von Minute zu Minute gesteuert und an den aktuellen Bedarf angepasst. Beim Typ 1-Diabetes fehlt aber die eigene Insulinsekretion aus der Bauchspeicheldrüse stattdessen wird Insulin von außen gespritzt. Hiermit lässt sich der Insulinbedarf aber nicht minutengenau anpassen. Auf sehr rasche Veränderungen des Blutzuckerspiegels, wie sie beim Sport auftreten können, reagiert der Körper daher erst mit einer gewissen Verzögerung, was in bestimmten Situationen zu Problemen führen kann.

Ein Beispiel: Der Typ 1 Diabetiker hat sich eine größere Menge Insulin gespritzt und der Blutzuckerspiegel sinkt. Durch die körperliche Aktivität wird zusätzlich Glukose verbraucht, so dass der Blutzuckerspiegel noch weiter abfällt. Die Folge ist eine gefährliche Unterzuckerung. Umgekehrt wenn gerade ein Insulinmangel vorliegt kann der Körper den Blutzucker nicht verwerten und es werden beim Sport stattdessen Fettsäuren zur Energiegewinnung abgebaut. Dabei entstehen so genannte Ketonkörper, die den Körper übersäuern und unter Umständen zu einem lebensbedrohlichen diabetischen Koma führen können.

Nichtsdestotrotz, wenn die körperlichen Aktivitäten im Vorfeld gut geplant und für die Berechnung von Insulindosis und Kohlenhydratzufuhr mit berücksichtigt werden, können auch Typ 1 Diabetiker in vollem Umfang von den gesundheitsfördernden Effekten des Sports profitieren.

Sport bei Diabetes vom Typ 2

Bei den Ursachen des Diabetes mellitus vom Typ 2 steht die Insulinresistenz im Vordergrund, die durch Übergewicht, falsche Ernährung und vor allem Bewegungsmangel verstärkt werden kann. Umgekehrt heißt das aber auch, dass einer Insulinresistenz mit regelmäßiger körperlicher Aktivität gezielt entgegengewirkt werden kann. Mit regelmäßiger körperlicher Aktivität können nicht nur die Blutzuckerwerte gesenkt, sondern auch die Blutfette und der Blutdruck positiv beeinflusst werden, was sich generell positiv auf die Gefäß- und Herzgesundheit auswirkt. Durch Bewegung werden die Zellen für Insulin sensibilisiert. Glukose wird verbraucht und strömt in den Muskel, so dass der Blutzucker sinkt.

Bereits zügiges Spazieren oder entspanntes Fahrradfahren helfen, die Insulinwirkung zu verbessern. Wichtig ist allerdings, sich regelmäßig zu bewegen, das heißt mehrfach pro Woche eine halbe bis eine Stunde.

Stichwort: Reisen

Diabetiker sollten sich auf bevorstehende Reisen gut vorbereiten und vorsorglich – bei längeren Reisen auf jeden Fall – den Rat des behandelnden Arztes einholen. Sehr wichtig ist es gerade für Diabetiker sich frühzeitig über erforderliche Impfungen zu informieren, da Erkrankungen zu schweren Stoffwechselentgleisungen führen können. Daneben können auch Klimaveränderungen und eventuelle Ernährungsumstellungen gesundheitliche Probleme verursachen. Bei Flugreisen in andere Zeitzonen zum Beispiel, sollte man sich bei Behandlung mit intensivierter oder konventioneller Insulintherapie auf die Ortszeit des Landes einstellen und die nächsten Injektionen von Langzeit- und Mischinsulin danach ausrichten.

Bei Reisen Richtung Westen wird der Tag länger, in diesen Fällen lässt sich mit zusätzlichen Mahlzeiten und kurzwirkendem Insulin die Zeit bis zum Schlafengehen oder Abendessen überbrücken. Patienten, die sich sonst mit Mischinsulin behandeln, sollten für diesen Zweck kurzwirkendes Insulin mit sich führen. Bei Reisen nach Osten wird der Tag kürzer. Eingenommene Mahlzeiten sollten mit kurzwirkendem Insulin abgedeckt werden. Die Dosis des Mischinsulins zum Abendessen oder des Langzeitinsulins zum Schlafengehen kann je nach Blutzuckerverlauf eventuell leicht reduziert werden, da die Injektionszeiten durch die Zeitverschiebung enger zusammenliegen. Bei Behandlung mit Tabletten sollte vor der Reise mit dem behandelnden Arzt geklärt werden, wie die gewonnene oder verlorene Zeit überbrückt werden kann.

Quelle: Diabetes-Leitlinien der DDG, International Diabetes Federation

Hinweis: Mehrsprachige Flugbescheinigungen/Reisebescheinigungen für Menschen mit Diabetes mellitus gibt es in unserer Praxis!

 

 

Praxisgemeinschaft
Dr. med. Peter Nitsche
Facharzt für Innere Medizin
Diabetologie - Ernährungsmedizin - Sportmedizin

Prof. Dr. med. Wolfgang Wiegelmann
Facharzt für Innere Medizin
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